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Hauptstraßen in Hamm gefährlich
HAMM (bu). Männlich, zwischen zehn und 14 Jahren und Fahrradfahrer, so sieht sie aus, der meist gefährdete Gruppe von Kindern und Jugendlichen im Straßenverkehr in Hamm.
Das geht zumindest aus der Kinderunfallstatistik der Stadt Hamm hervor. Schuld an den in Hamm überdurchschnittlich vielen Kinderunfällen ist die schwierige Verkehrsinfrastrucktur mit vielen breit ausgebauten Hauptstraßen, die durch Wohngebiete führen. Um die Zahl der Kinderunfälle in Hamm zu reduzieren, hat die Polizei im vergangenen Jahr akademische Unterstützung bekommen. Zehn Studenten der FH für öffentliche Verwaltung in Münster untersuchten im Zeitraum von Januar 2008 bis Juni 2009 die unfallträchtigen Verkehrspunkte in den verschiedenen Stadtbezirken. Sie machten sich vor Ort und anhand der Statistiken ein Bild von der Lage und brachten Verbesserungsvorschläge ein, die in einem 310 Seiten starken Maßnahmen- und Untersuchungskatalog zusammengefasst wurden. Karsten Gniot, Stadtplaner der Stadt Hamm, zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Studenten, die nun in die Stadtplanung mit einfließen wird. Ziel ist es, die Gefahrenstellen baulich zu entschärfen. Konkrete Vorschläge der Studenten wie etwa die Markierung der Radfahrstreifen zu erneuern, Schulbushaltestellen mit Bändchen versehen oder den Rückbau einzelner Straßenzüge können nun geprüft und gegebenenfalls umgesetzt werden. Doch auch die Eltern sind gefragt, denn häufig war ein Fehlverhalten der Kinder Unfallursache. ?Die Eltern müssen nicht nur den Weg zur Schule mit den Kindern üben, sondern auch den weg zum Spielplatz oder zu den freunden?, so Polizeihauptkommissar Herbert Matzka. Und auch eine intensive Verkehrserziehung in weiterführenden Schulen sei sinnvoll. Diese sei jedoch nur in den Grundschulen im Lehrplan verankert. Alleine sei die Polizei in Punkto Verkehrserziehung überfordert so Matzka. Zwar sind die Kinderunfälle in Hamm in den vergangenen Jahren schon zurückgegangen, trotzdem sei es wichtig durch bauliche und erzieherische Maßnahmen die Zahl der Unfälle weiter zu verringern betonte Dozent Peter Schlanstein, der das Projekt der Studenten begleitete. Zukünftig muss die Stadt Hamm leider auf diese Hilfe verzichten. Die Erkenntnisse fließen aber in den Kinderunfallbericht der Stadt mit ein.

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